KSK und KSA

Diesen Artikel habe ich zur Erklärung geschrieben, da viele Unternehmen und Kunden nicht über die Künstlersozialkasse und deren Abgabe Bescheid wissen.

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Künstlersozialkasse und -Abgabe

 

Was ist die Künstlersozialkasse (KSK)?

Wikipedia schreibt als Definition: „Die Künstlersozialversicherung (KSV) ist Teil der gesetzlichen Sozialversicherung in Deutschland. Sie ermöglicht freischaffenden Künstlern und Publizisten einen Zugang zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Im Gegensatz zu freiwillig versicherten Selbständigen zahlen sie dort nur einen dem Arbeitnehmeranteil entsprechenden Beitrag.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Künstlersozialversicherung

Wikipedia vergisst zu erwähnen, dass die KSK diesen „Zugang zur gesetzlichen Sozialversicherung“ nicht nur „ermöglicht“, sondern dass für die so definierten Künstler eine Versicherungspflicht besteht, das heißt, freiberuflich Schaffende wie ich als selbständige Designerin können diese Versicherungsform nicht wählen, sondern sind dazu verpflichtet.


Was ist die Künstlersozialabgabe und wer muss sie zahlen?

Die andere Hälfte der Sozialversicherung, die bei einem normalen Arbeitsverhältnis der Arbeitgeber zahlt, besteht bei KSK-versicherten Künstlern und Publizisten aus einem Zuschuss des Bundes sowie einer Abgabe der sogenannten Verwerter (also Auftraggeber/Kunden), diese Abgabe nennt sich Künstlersozialabgabe (KSA) und wird auf jede Rechnung eines Designers, Werbeschaffenden, Texters und anderen im weitesten Sinne künstlerisch tätigen Freiberuflern fällig. Zur Zeit (2015) beträgt die Abgabe 5,2 % auf die künstlerische Leistung, also den Netto-Betrag der Rechnung.

Interessanterweise wird die KSA auch dann fällig, wenn der Auftragnehmer gar nicht in der KSK versichert ist. Allerdings nicht, wenn es sich nur um „gelegentliche“ Beauftragung handelt.

(Was ist „gelegentlich? Punkt 7 der FAQ: http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/unternehmer/faqfuerunternehmenundverwerter.php ).

Hier gibt es eine Aufschlüsselung der abgabepflichtigen Unternehmen: http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/unternehmer/abgabepflicht/wermussdiekuenstlersozialabgabezahlen.php

 

Was muss ich als KSK-versicherte Designerin tun?

Regelmäßig schwappen Horror-Geschichten von geschröpften Unternehmern durchs Web – genauso oft gibt es Petitionen und Forderungen, dass die Unternehmen stärker überprüft und zu ihrer Abgabenpflicht herangezogen werden sollen. In Unternehmer-Kreisen kennt nach wie vor kaum einer die Künstlersozialkasse und die damit verbundene Abgabepflicht der Unternehmen, obwohl es diese seit 1983 gibt.

Wenn ein solches Unternehmen nun bei der stichprobenartigen Überprüfung „erwischt“ wird, muss es bis zu 5 Jahre rückwirkend die KSA nachzahlen. Das führt natürlich zu Ärger, der sich nicht selten auf den Auftragnehmer entlädt – schließlich hätte der beauftragte Künstler das doch wissen und mitteilen müssen.

Rechtlich betrachtet muss ich hier jedoch nicht tätig werden. In der Pflicht wäre hier der jeweilige Steuerberater oder Buchhalter – schließlich erzähle ich meinen Kunden auch nicht, dass sie Steuern zahlen müssen und für ihre Angestellten Sozialversicherungsabgaben zahlen müssen.

Um meinen Kunden jedoch die mir zugängliche Informationen zukommen zu lassen und die herrschende Desinformation bezüglich der KSK und KSA abzubauen, habe ich diesen Artikel geschrieben und werde in zukünftigen Angeboten und Rechnungen darauf verweisen. Für weitere Informationen muss nun aber Ihr Steuerberater geradestehen, auch die Links unten erklären alles noch einmal in ausführlicher Form. Man kann sich bei Fragen auch direkt an die Künstlersozialkasse wenden: www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/unternehmer/index.php

Links / Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Künstlersozialversicherung

https://agd.de/handbuch/kundenkommunikation/kuenstlersozialkasse-kunden

http://www.gesetze-im-internet.de/ksvg/index.html

http://www.lexware.de/gmbh/kuenstlersozialabgabe-das-muessen-sie-wissen